Über 50 Floristik-Beschäftigte im Landkreis Bamberg
Landkreis Bamberg: Floristinnen im
6-Tage-Dauer-Einsatz mit Minimal-Urlaub
Ihr Job ist kreativ, aber hart: Im Landkreis Bamberg arbeiten mehr als 50 Beschäftigte in
der Floristik-Branche. „Die Jobs in den Blumenläden sind überwiegend in Frauenhand.
Floristinnen binden Blumensträuße und Kränze, machen Gestecke und Brautschmuck. Sie
dekorieren Schaufenster, Verkaufsräume und Hotel-Foyers“, sagt Uwe Behrendt von der
IG Bauen-Agrar-Umwelt.
Für den Bezirksvorsitzenden der Floristen-Gewerkschaft IG BAU Oberfranken ist klar:
„Floristinnen machen einen harten Job. Viele haben eine lange Arbeitswoche: Sie stehen
sechs Tage am Stück im Laden. Wenn es dazu nur 24 Tage Urlaub im Jahr gibt, dann kann
man getrost von einem ‚Auspower-Job‘ sprechen“, so Uwe Behrendt.
Die IG BAU Oberfranken fordert deshalb die Fünf-Tage-Woche und 32 Tage Jahresurlaub
für die Floristik-Branche. „Außerdem muss bei den Überstunden etwas passieren: Wer
länger arbeitet, der muss sich darauf verlassen können, dass es dafür auch Zuschläge gibt.
Das ist noch längst nicht überall der Fall“, sagt der Vorsitzende der IG BAU Oberfranken.
Über diese Punkte will die Gewerkschaft jetzt mit dem Fachverband Deutscher Floristen
(FDF) verhandeln und einen Tarifvertrag abschließen.
Dabei verweist die Floristen-Gewerkschaft auf das Arbeitspensum, das die Beschäftigten
haben: „Von der Taufe über die Hochzeit bis zur Beerdigung – Floristinnen setzen mit ihrer
professionellen Arbeit Akzente bei großen Ereignissen und in wichtigen Momenten des
Lebens. Sie machen – gerade an Feiertagen – einen richtigen Stress-Job“, sagt Uwe
Behrendt. Handwerkliches Geschick und Know-how seien für den Beruf notwendig. „Aber
es steckt auch noch mehr dahinter: Warenbedarf, Einkauf, Preiskalkulation ... – Eine
Floristin braucht deutlich mehr als nur einen grünen Daumen“, so Behrendt.

