Adipositas (starkes Übergewicht) ist eine Volkskrankheit:
Fast ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland ist adipös und hat dadurch ein höheres Risiko für Diabetes Typ 2 und andere Stoffwechselkrankheiten, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmte Krebsarten. Von Adipositas spricht man ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30. Dabei spielt es auch eine wichtige Rolle, wo im Körper sich die Fettzellen befinden: Vermehrtes Bauchfett, sogenanntes viszerales Fett, rund um die inneren Organe ist besonders gefährlich, da es sehr stoffwechselaktiv ist und das Krankheitsrisiko zusätzlich erhöht.
Energiebilanz stimmt oft nicht
Adipositas ist meistens die Folge eines falschen Lebensstils. „Das heißt, es werden mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht“, sagt Doris Spoddig Ernährungsexpertin in bei der AOK in Bamberg. Oftmals kommt zu viel Energie aus Nahrungsmitteln und Getränken mit einem überhöhten Zucker- und Fettanteil oder Alkohol. Menschen verbringen andererseits vermehrt Zeit im Sitzen und bewegen sich zu wenig. „Über die Jahre erhöht sich so das Gewicht und eine Adipositas kann sich entwickeln“, erklärt Doris Spoddig. Auch eine familiäre Veranlagung, hormonelle Störungen, andere körperliche und psychische Erkrankungen können zu einer Gewichtszunahme beitragen, beispielsweise Arthrose, Essstörungen, bestimmte Medikamente oder auch Stress und psychische Belastungen.
Rechtzeitig und dauerhaft gegensteuern
Starkes Übergewicht schränkt häufig die Lebensqualität ein und vermindert das Wohlbefinden. Je länger die Adipositas besteht und je ausgeprägter sie ist, desto wahrscheinlicher sind Folgeerkrankungen. Häufig sind adipöse Menschen auch Vorurteilen und Diskriminierung ausgesetzt. „Es ist kein leichter Weg, Gewicht zu verlieren, man braucht Durchhaltevermögen und eine gute Motivation“, sagt Doris Spoddig. Doch die Anstrengung lohnt sich: Jedes Kilo weniger ist ein Schritt hin zu einem gesünderen Leben. Den größten Erfolg verspricht eine Kombination aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltensänderungen. Besonders wichtig ist, dass der neue Lebensstil sich individuell gut in den Alltag integrieren lässt, um das Gewicht nach dem Abnehmen auch zu halten. Bei sehr schwerem Übergewicht können medizinische Beratung und Begleitung angebracht sein.
Zum Hintergrund:

Eine Person mit 1,70 m Größe und einem Gewicht von 95 kg hat einen BMI von rund 32,9 (95 kg / (1,70 m x 1,70 m)).
Im Internet:
AOK-Gesundheitsmagazin: Adipositas – was tun bei starkem Übergewicht?
RKI -Themenblatt: Adipositas bei Kindern und Jugendlichen
Gesundheitsinformation.de: Starkes Übergewicht
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