Es bahnt sich möglicherweise eine neue Städtepartnerschaft mit
Mukatschewo im Westen der Ukraine an. Es könnten dabei freundschaftliche
Beziehungen aufgebaut und Hilfen beim Wiederaufbau organisiert werden.
Bereits am Wochenende wird ein erneutes Treffen in Bamberg stattfinden.
Die Botschaft war eindeutig: In seiner jüngsten Vollsitzung hat der Bamberger
Stadtrat einstimmig ein erstes Signal für eine denkbare Städtepartnerschaft mit
der 85.000-Einwohner-Stadt Mukatschewo beschlossen. Konkret wird die
Stadtverwaltung eine entsprechende Vereinbarung entwerfen und mit der
Kommune in der Ukraine abstimmen. „Die Städtepartnerschaft soll die
Menschen in Mukatschewo und Bamberg zusammenbringen und konkrete
Unterstützung leisten, wo sie benötigt wird. Dabei werden vielfältige Kontakte
der Bürgerschaft, aller Altersstufen und gesellschaftlicher Organisationen
sowie Gruppen angestrebt“, heißt es wörtlich im Beschluss. Bambergs
Oberbürgermeister Andreas Starke: „Die Weichen für die Städtepartnerschaft
mit Mukatschewo sind vorbereitet, nun wollen wir diese Verbindung vertiefen.
Es handelt sich hier auch um eine wichtige und notwendige humanitäre
Aufgabe. Bei einem Wiederaufbau nach dem hoffentlich nahen Kriegsende
können wir unsere Kompetenzen einbringen und die Städtepartnerschaft mit
Sinn und Hilfe erfüllen.“
Die Kontakte, die Zusammenarbeit und die Begegnungen können, wie von
Mukatschewo vorgeschlagen, auf unterschiedlichsten Gebieten erfolgen: Kunst
und Kultur, Wissenschaft und Bildungswesen, Gesundheitswesen,
Wissenstransfer, und humanitäre Hilfsleistungen.
Kriterien für Städtepartnerschaft
All das ist möglich, weil für Städtepartnerschaften bereits im Vorfeld wichtige
Auswahlkriterien gelten, z.B. gemeinsame Interessen, eine ähnliche Größe,
Strukturen, Institutionen und Vereine. Neben den politischen
Willensbekundungen, muss es insbesondere Vertreter aus der Zivilgesellschaft
geben, die die Städtepartnerschaft mit Leben erfüllen wollen. Besonders
vorteilhaft ist es auch, wenn gute Sprachkenntnisse mitgebracht werden. All
das trifft auf Mukatschewo in der Verwaltungseinheit Transkarpatien zu. Die
Stadt liegt unweit zu den Grenzen von Polen, der Slowakei und Ungarn. Sie ist
Universitätsstadt mit Bischofssitz, und etwa 1,9 Prozent der Bevölkerung sind
Deutsche, da im 18. Jahrhundert dort sogenannte Schönborn-Franken,
Handwerker und Bauernfamilien aus dem Hochstift Bamberg siedelten. So sind
auch heute noch typisch deutsche Namen in dieser Gegend zu finden. Die
Katholische Landvolkbewegung des Erzbistums hat mit den Nachfahren
partnerschaftliche Beziehungen aufgebaut und humanitäre Hilfe geleistet.
Dabei ist ein Kontakt zur Stadt Mukatschewo entstanden. Über das
Erzbischöfliche Ordinariat/Referat Weltkirche gibt es bereits langjährige
Kontakte nach Transkarpatien im Westen der Ukraine. Künftig soll auch der in
Bamberg tätige Verein Bamberg:UA eingebunden werden. Dieser habe sich
zügig als feste bürgerschaftliche Initiative in Bamberg etabliert und sofort nach
Beginn des aktuellen Kriegsgeschehens in der Ukraine außerordentliches
Engagement für die Betroffenen gezeigt, so Bambergs Zweiter Bürgermeister
und Sozialreferent, Jonas Glüsenkamp.
Jugendgruppe aus der Ukraine kommt nach Bamberg
Über die bestehenden Kontakte hat die Verwaltung mit der
Vizebürgermeisterin von Mukatschewo, Frau Julia Taips, Verbindung
aufgenommen. Frau Taips hat deutsche Wurzeln und spricht fließend Deutsch.
Sie vertritt seit Jahren die deutsche Minderheit im Rat der Deutschen in der
Ukraine (RdU) und ist Vorsitzende der deutschen Jugend Transkarpatien. In
Bamberg war sie bereits mehrfach zu Gast. Am 30. Juni 2023 besuchte sie
Oberbürgermeister Andreas Starke im Bamberger Rathaus und bekundete ihr
Interesse an einer Städtepartnerschaft mit Bamberg.
Bereits am 10. Dezember 2023 wird ein neues Treffen stattfinden: Eine Jugendgruppe aus Mukatschewo
wird in deutscher Sprache ein Krippenspiel in der Kapelle des E.T.A.-Hoffmann-
Gymnasiums aufführen. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Begegnung.
Die Jugendgruppe wird von Vizebürgermeisterin Julia Taips begleitet.
Städtepartnerschaften:
Die Stadt Bamberg pflegt bereits Partnerschaften mit sechs Partnerstädten:
Bedford in Großbritannien, Esztergom in Ungarn, Feldkirchen und Villach in
Österreich, Rodez in Frankreich und Prag 1 in Tschechien.
Quelle: Stadt Bamberg

