Mit dem ersten Licht des Tages stehen 21 Pilgerinnen und Pilger bereit. Die Malteser-Busse verlassen um 7 Uhr Bamberg und Waischenfeld in Richtung Frontenhausen. Noch bevor der erste Schritt auf dem Pilgerweg getan ist, duftet es nach frischem Kaffee. Gemeinsam wird gefrühstückt, bevor ein besonderer Moment die diesjährige Wallfahrt eröffnet: Das neue Pilgerkreuz wird enthüllt. Nach dem Pilgersegen beginnt der Weg nach Altötting – getragen von Gemeinschaft, Gebet und der Vorfreude auf das gemeinsame Ziel.
Ein Weg, der Menschen verbindet
Auch in diesem Jahr machten sich die Malteser aus der Erzdiözese Bamberg auf den Weg zur Gnadenkapelle nach Altötting. Insgesamt 21 Fußwallfahrer aus Bamberg, Erlangen und Waischenfeld nahmen an der zweitägigen Wallfahrt teil. Parallel dazu waren erneut die Radwallfahrer unterwegs, die auf ihrer Strecke insgesamt beeindruckende 337 Kilometer zurücklegten. Die Fußpilger bewältigten rund 40 Kilometer. Unterwegs bestimmten Rosenkränze, geistliche Impulse und Zeiten der Stille den Rhythmus der Wallfahrt. Immer wieder wurde deutlich, dass der gemeinsame Weg weit mehr ist als eine sportliche Herausforderung. Er bietet Raum für persönliche Anliegen, Dankbarkeit und Begegnungen.
Begegnungen, die in Erinnerung bleiben
Ein besonderer Höhepunkt des ersten Tages war das Wiedersehen mit den Radwallfahrern in Seemannshausen. Gemeinsam feierten beide Gruppen auf einem Bauernhof eine Andacht, bevor sie später gemeinsam in einer Eisdiele einkehrten und anschließend einen Wortgottesdienst in der Pfarrkirche Heiligenstadt feierten. Auch die Nacht verbrachten Fuß- und Radwallfahrer auf demselben Vierseithof bei Rott am Inn. Trotz der unterschiedlichen Fortbewegungsarten stand stets das Miteinander im Mittelpunkt. Am Sonntagmorgen brachen die Fußwallfahrer bereits um 5.30 Uhr zur letzten Etappe auf. Die Radpilger folgten wenig später. Am Bußberg trafen sich beide Gruppen erneut zu einem zweiten Frühstück und einer gemeinsamen Gebetseinheit. Kurz darauf stellte ein heftiger Regenschauer die Wallfahrer auf die Probe. Für etwa eine halbe Stunde mussten alle Schutz in den Begleitfahrzeugen suchen. Danach konnte die Wallfahrt fortgesetzt werden – ein kleines Hindernis, das der guten Stimmung keinen Abbruch tat.
Gemeinsam am Ziel angekommen
Gegen 9.15 Uhr erreichten Fuß- und Radwallfahrer gemeinsam Altötting. Vor der Gnadenkapelle feierten sie eine Abschlussandacht, bevor sie zusammen den feierlichen Gottesdienst in der Basilika besuchten. Für die Organisatoren war die Wallfahrt erneut ein voller Erfolg: „Das harmonische Miteinander der beiden Pilgergruppen, die unfallfreie Durchführung und die gute Abstimmung machten die Tage zu einem besonderen Erlebnis. Dass sich Fuß- und Radwallfahrer immer wieder begegneten und gemeinsame Stationen erlebten, verlieh der Wallfahrt einen besonderen Charakter“, so das Resümee von Jutta Peters, eine der Koordinatoren der Fußwallfahrt.
Als die Pilger am Ende gemeinsam vor der Gnadenkapelle standen, spielte es keine Rolle mehr, ob jemand 40 oder 337 Kilometer zurückgelegt hatte. Entscheidend war der Weg, den alle miteinander gegangen waren – getragen von Glauben, Gemeinschaft und dem Bewusstsein, dass manche Ziele erst dann ihre besondere Bedeutung entfalten, wenn man sie gemeinsam erreicht.
Quelle: Malteser Hilfsdienst e.V.

