In Hallstadt soll ein Technologietransferzentrum (TTZ) “Clean Energy – Regionale Energiesysteme“ entstehen. Ein entsprechender Förderantrag wurde von der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) in Kooperation mit dem Landkreis Bamberg und dem Cleantech Innovation Park in Hallstadt dem Bayerischen Wissenschaftsministerium zugeleitet. Bei einem Besuch im Cleantech Innovation Park sagte die Spitze der IHK für Oberfranken Bayreuth ihre Unterstützung zu. “Die Energieversorgung ist für unsere oberfränkischen Unternehmen ein zentraler Standortfaktor, gerade in der Industrie. Hier braucht es neue, innovative Wege. Künftige Energiesysteme müssen deutlich regionaler gedacht und dann auch vor Ort umgesetzt werden“, betont IHK-Präsident Dr. Michael Waasner.
Das geplante Technologietransferzentrum im Landkreis Bamberg (TTZ-BA) soll die zentralen Herausforderungen der Energiewende adressieren, nämlich Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Kosteneffizienz sowie ökologische Verträglichkeit. “Es zielt darauf ab, die Resilienz von Unternehmen und Kommunen zu stärken und die Abhängigkeit von internationalen Energieimporten zu reduzieren“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Arnulf Hörtnagl von der TH Würzburg-Schweinfurt, der den wissenschaftlichen Teil des TTZ koordiniert. Das TTZ Bamberg fokussiere dabei sowohl die Auswahlentscheidungen zu Energiesystemen als auch die Entwicklung, Integration und Testung von Systemkomponenten entlang der gesamten Wertschöpfungskette “Clean Energy“. “Schlüssel für die Wirtschaftlichkeit ist dabei die Dezentralisierung der Energiegewinnung, -speicherung und -nutzung in Verbindung mit der verstärkten Sektorenkopplung von Strom, Gas und Wärme“, so Hörtnagl.
Konkret soll im TTZ Bamberg die Praxistauglichkeit nachhaltiger Energiesysteme getestet werden, etwa die Nutzbarkeit von Wasserstoff in konkreten Industrieanwendungen, die Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Speichertechniken im Realbetrieb oder der Einsatz von KI in der Systemsteuerung. “Alles Zukunftsthemen, von deren Lösungen die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen abhängt“, ergänzt IHK-Vizepräsident Herbert Grimmer, der mit seinem Unternehmen Grimmer GmbH als Partner in das Projekt einsteigen will.
Starkes Zeichen
Das Wissenschaftsministerium des Freistaats Bayern hat eine Förderung des TTZ Bamberg mit 5 Millionen Euro über fünf Jahre avisiert und auch von Ministerpräsident Dr. Markus Söder bereits konkret in Aussicht gestellt, doch vorher muss die Region liefern und eine Stiftungsprofessur sowie den Standort für das TTZ bereitstellen. “Der Landkreis Bamberg unterstützt dieses Vorhaben bewusst sowohl bei der Unterbringung im Cleantech Innovation Park als auch bei der Finanzierung der Stiftungsprofessur, weil wir fest davon überzeugt sind, dass Investitionen in Innovation und Wissenstransfer zentrale Bausteine für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg sind“, so Bambergs Landrat Johann Kalb. "Mit der Ansiedlung des TTZ im Cleantech Innovation Park setzen wir ein starkes Zeichen für die Zukunftsfähigkeit unserer Region.“
Zentrales Zukunftsthema
Die IHK will zum Gelingen des Technologietransferzentrums “Clean Energy – regionale Energiesysteme“ tatkräftig beitragen, “zumal Oberfranken bei der bisherigen Verteilung von TTZs in Bayern nicht gerade begünstigt worden ist und mit dem jetzt vorliegenden Antrag wirklich ein zentrales Zukunftsthema angepackt wird“, so Dr. Waasner. Die IHK will bei der Vernetzung von Wirtschaft, Dienstleistern und Politik, bei der konkreten Ansprache interessanter Unternehmen sowie bei der Öffentlichkeitsarbeit Hilfestellung leisten – sowie bei der Argumentation gegenüber der Politik.
Nur vier Zusagen für neue TTZs soll es in diesem Jahr für ganz Bayern geben, doch Prof. Hörtnagl ist zuversichtlich, dass man mit “Clean Energy“ das aktuell wohl drängendste Thema besetzt. Dem stimmt IHK-Präsident Dr. Waasner zu: “Die aktuelle Entwicklung am Persischen Golf zeigt, wie sensibel das Thema Energieversorgung auch für Bayern ist. Hier müssen wir schnell umsetzbare Alternativen zu den fossilen Energieträgern entwickeln, die auch dann Energie liefern, wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint“.
Quelle: IHK für Oberfranken Bayreuth
Fotoquelle: IHK für Oberfranken Bayreuth

