26. März 2022 / Allgemeines

„Wildfang“ will Kinder aus suchtbelasteten Familien stärken

Die Caritas Bamberg informiert

Angebot in Bamberger Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern

Unter dem Namen „Wildfang“ bietet die Erziehungsberatung der Caritas in Bamberg ein Präventionsprogramm für Kinder aus suchtbelasteten Familien an. Eine neue Gruppe startet im April.

„Sucht dominiert das gesamte Familienleben“, sagt Diplompsychologin Astrid Heyl. Sie führt für die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern beim Caritasverband für die Stadt Bamberg und den Landkreis Forchheim zusammen mit einem erfahrenen Kollegen aus der Wildnispädagogik das Programm „Wildfang“ durch. 

„Oft übernehmen Kinder in suchtbelasteten Familien Teile der Elternrolle. Sie kümmern sich um kleinere Geschwister, erledigen Aufgaben im Haushalt“, beschreibt Heyl die Situation dieser jungen Menschen. Parentifizierung nennen dies die Experten. „Sie versuchen auch, die Eltern zu schützen“, sagt Heyl. „Sie entschuldigen die Eltern beim Arbeitgeber, erfinden Ausreden, warum sie nicht kommen können.“ Obwohl sie in solch schwierigen Verhältnissen leben, hätten die Kinder eine hohe Bindung an die Eltern. „Sie versuchen sogar, sie zum Beispiel vom Trinken abzubringen.“ Viele Eltern seien aber auch gewillt, trotz Suchttendenzen oder gar Abhängigkeit ihre Kinder so gut wie möglich zu versorgen, und wollten gute Eltern sein. „Dies zeigt sich bei den Eltern, die ihre Kinder bei uns anmelden und sich dem Suchtthema stellen“, fügt die Psychologin hinzu.

Charakteristisch sei auch, dass die Kinder gegenüber Dritten nicht über die Sucht der Eltern sprechen. Daher bietet das Präventionsprogramm „Wildfang“ den Kindern eine wichtige neue Erfahrung: „Erstmals erleben sie sich unter Ihresgleichen“, sagt Astrid Heyl. „Sie merken, es gibt ja andere Kinder, die in der gleichen Situation sind wie ich. Und sie können über ihre Probleme sprechen.“

Wichtig ist der Erziehungsberatung, dass die Kinder für ein paar Stunden aus ihrem Alltag herauskommen, dass sie Kind sein dürfen und Spaß haben. „Wir legen großen Wert auf Aktivitäten, drinnen wie draußen“, betont Heyl. „Die Aktionen stärken das Selbstwertgefühl der Kinder und sie können Natur erleben. Daher gehen wir viel in den Wald.“

Ebenfalls im Blick ist die besondere Gefährdung der Kinder. In Deutschland leben rund 3 Millionen Kinder und Jugendliche mit suchtkranken Eltern zusammen. Das ist jedes 5. bis 4. Kind. Mehr als 30% der Kinder aus suchtbelasteten Familien werden selbst suchtkrank; sie sind die größte bekannte Sucht-Risikogruppe. „Daher sprechen wir auch über Sucht und über Suchtmittel“, berichtet Astrid Heyl. „Wir wollen vorbeugen, dass die Kinder selbst suchtkrank werden. Information und Aufklärung als auch das Stärken von Ressourcen sind einen wichtiges Element der Suchtprävention.“

Die nächste Gruppe „Wildfang“ startet im April und bietet dann über den Zeitraum von zwei Monaten regelmäßige Gruppentermine. Gedacht ist sie für 8- bis 12-jährige Kinder. Anmeldeschluss ist 31.März 2022.

Information und Anmeldung bei:

Astrid Heyl, Dipl.-Psychologin, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern, Geyerswörthstr. 2, 96047 Bamberg

Tel. 0951 2 99 57-30, E-Mail: astrid.heyl@caritas-bamberg-forchheim.de

Quelle: Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg 

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