Simone Körner wird mit dem von Stadt und Landkreis Bamberg ausgelobten Kunststipendium 2026 ausgezeichnet. Das Kunststipendium Bamberg wird im jährlichen Wechsel von Stadt und Landkreis vergeben und wurde 2026 zum zwölften Mal ausgeschrieben. Es ist mit insgesamt 9.000 Euro dotiert. Ziel der Förderung ist es, in der Region lebenden Künstlerinnen und Künstlern zu ermöglichen, sich über mehrere Monate intensiv einem künstlerischen Projekt zu widmen – zur Entwicklung, Fortführung oder Fertigstellung.
Für das Stipendium 2026 gingen zwölf Bewerbungen aus allen Kunstsparten und Altersgruppen ein. Die Jury, der neben Landrat Johann Kalb auch die Kunststipendiatin 2025 Nora Kovats, Nora Gomringer sowie Marcus Rudolf Axt angehörten, entschied sich mehrheitlich für die Bewerbung von Simone Körner.
Mit der Vergabe des Kunststipendiums 2026 würdigen Stadt und Landkreis Bamberg eine außergewöhnliche Künstlerin, die mit innovativen und experimentellen Arbeiten überzeugt und den Bogen zwischen Kunst und Agrarwirtschaft spannt. Ziel ihrer Arbeit ist es, „den christlichen Himmel auf den säkularisierten Boden fallen zu lassen“.
Simone Körner wurde 1992 geboren und wuchs im Landkreis Bamberg auf. Sie ist Schneiderin, Vermittlerin und Künstlerin. Ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg wurde vor allem von Kerstin Brätsch, Heike Baranowsky und Kerstin Stakemeier betreut, für die sie auch als studentische Hilfskraft und Co-Lehrerin tätig war. Derzeit absolviert sie ihren Master of Fine Arts an der School of the Art Institute of Chicago.
In ihrer forschungsbasierten Praxis arbeitet Simone Körner zwischen Skulptur, Live-Kunst, Mode, Fotografie und Schrift. Diese Ausdrucksformen verbindet sie mit Fragen nach Verkörperung, Kleidung, Objekten und Bildern sowie deren gesellschaftlichen und kulturellen Prägungen. Ein zentrales Thema ihrer Arbeit ist die Auseinandersetzung mit tradierten Geschlechterbildern und christlich geprägten Symbolformen, die sie in neue Kontexte überführt.
Das Kunststipendium 2026 soll Simone Körner dabei unterstützen, Spelzen und Spreu von Dinkel mithilfe von Pilzmyzelen in Formen zu gießen, die an das Rokoko-Deckenfresko der Wallfahrtskirche in Burgwindheim erinnern. Mit diesem Projekt verbindet sie regionale Agrarstoffe mit kunsthistorischen und zeitgenössischen Bezügen.
Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger des Kunststipendiums
- 2025: Nora Kovats
- 2024: Jana Margarete Schuler
- 2023: Karina Liutaia
- 2022: Rosa Brunner
- 2021: Johanna Knefelkamp-Storath
- 2020: Olga Seehafer
- 2019: Martin Beyer
- 2018: Elisabeth Kraus
- 2017: David Saam
- 2016: Wolfgang Müller
- 2015: Christiane Toewe
Quelle: Landratsamt und Stadt Bamberg

