26. Oktober 2017 / Lokalnachrichten

Ein Schmuckkästchen vor dem Verfall gerettet

Förderpreis der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg für die Sanierung des Aufseßhöfleins

Ein Schmuckkästchen vor dem Verfall gerettet

Förderpreis der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg für die Sanierung des Aufseßhöfleins

Sie haben ein bereits verloren geglaubtes architektonisches Kleinod gerettet und sich damit den Förderpreis der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg wahrlich verdient: Andrea und Stephan Fiedler hatten das barocke Aufseßhöflein zwischen 2011 und 2015 mit viel Aufwand und Eigenleistung in vorbildlicher Weise renoviert. Und mehr noch: das lange Zeit leer stehende und sich selbst überlassende Aufseßhöflein wurde von ihnen mit neuem Leben erfüllt.

Gründe genug für den Stiftungsvorstand, den mit 5000 Euro dotierten „Förderpreis zur Erhaltung historischer Bausubstanz 2017“ an die beiden Bauherren zu vergeben. „Das historische und denkmalgeschützte Anwesen ist dank Ihnen aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und ist wieder zu einem wunderbaren Ort zum Verweilen und Feiern geworden“, beglückwünschte Oberbürgermeister Andreas Starke als Vorsitzender des Stiftungsvorstandes die beiden Preisträger.

Zu Beginn des neuen Jahrhunderts hatte kaum noch jemand Hoffnung, dass das ehemalige Lustschlösschen aus dem 18. Jahrhundert nach langem Leerstand überhaupt noch vor dem endgültigen Verfall bewahrt werden könnte. Dann kam Familie Fiedler. Vier Jahre lang haben sie allein oder mit Freunden jedes Wochenende und viele Abende auf der Baustelle verbracht, um etwa das komplette riesige Dach zu decken. Sie hatten größtenteils die Bauleitung inne und arbeiteten immer eng mit den Behörden zusammen.

Dankenswerterweise bekamen die Bauherren von vielen Stellen finanzielle Unterstützung: von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Oberfrankenstiftung, dem bayerischen E-Fonds, der Bundesrepublik Deutschland und der Stadt Bamberg. Nur so waren die 1,7 Millionen Euro für die Restaurierung überhaupt zu stemmen. „Die Begeisterung unserer Gäste ist der beste Beweis dafür, dass sich lohnt, in historische Bausubstanz zu investieren“, so das Fazit von Andrea und Stephan Fiedler, die allen Unterstützern nochmals ausdrücklich dankten.

Das Ergebnis dieser Bemühungen kann sich wirklich mehr als sehen lassen: Der frühere Charme des Barockhauses konnte wiederbelebt werden und neben der eigenen Wohnnutzung bietet die Familie Fiedler eine stilvolle Ferienwohnung in einem separaten Gebäude an. Im Gartensaal kann nicht nur geheiratet werden, auch Konzerte oder anderweitige Veranstaltungen bekommen hier einen ganz besonderen Charme. „Das Aufseßhöflein ist zwar augenscheinlich kein Bestandteil der Bamberger Altstadt, es ist aber ein bedeutender Mosaikstein der Denkmäler in der Stadt Bamberg in ihrer Gesamtheit“, so OB Starke, der anschließend den Preis gemeinsam mit Kuratoriumsvorsitzenden Ulrich Bauer-Bornemann an Andrea und Stephan Fiedler überreichte.

Weitere Infos: www.aufsesshoeflein.de

Die Preisträger Andreas und Stephan Fiedler (vorne r.) im Kreis des Stiftungsvorstandes und der Kuratoriumsmitglieder der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg. (Foto: Jürgen Schraudner)

Quelle: Pressestelle Bamberg, 24. Oktober 2017

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