Wenn das Geld knapp wird und die Armut wächst - immer mehr Menschen blicken mit Sorge auf ihre Stromrechnung, sagt die Caritas.
Rekordnachfrage bei der Caritas: Über 140.000 Euro Energiebeihilfe im ersten Halbjahr ausbezahlt
BAMBERG. Der Hilfsbedarf in der Region erreicht neue Höchststände: Der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg meldet für das erste Halbjahr 2026 einen Rekord bei den ausbezahlten Energiebeihilfen. In rund 200 Fällen wurden bereits über 140.000 Euro an Betroffene überwiesen, um unter anderem Stromsperren abzuwenden und bei hohen Nachzahlungen oder der Anschaffung energiesparender Haushaltsgeräte zu helfen. Bis Jahresende rechnet die Caritas erstmals mit einer Gesamtleistunghöhe von mehr als 300.000 Euro. Die Gelder stammen aus Sonder-Kirchensteuereinnahmen des Inflationsausgleichs ab 2022. Seit der Einführung der Beihilfe vor vier Jahren leistete der Verband in über 1.100 Fällen Nothilfe und schüttete insgesamt mehr als 850.000 Euro aus.
Sozialstaat in der Pflicht
Die Caritas sieht in der Entwicklung ein deutliches Warnsignal. Laut dem Statistischen Bundesamt stieg die Armutsgefährdung in Deutschland von 14,4 % im Jahr 2023 auf 16,1 % im Jahr 2025 – fast jede sechste Person ist betroffen. Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes belässt die durchschnittliche Mietbelastung im unteren Einkommensdrittel die Haushalte bei Ausgaben von rund 48 % ihres Nettoeinkommens.
Caritasdirektor Michael Endres kritisiert, dass Wohlfahrtsverbände zunehmend staatliche Lücken schließen müssen, während ihnen zeitgleich Mittel gestrichen werden. Er fordert die Politik auf, ihrer sozialpolitischen Verantwortung nachzukommen und Hilfestrukturen nicht weiter auszuhöhlen.
Weitere Infos findet Ihr hier: https://caritas-bamberg.de/
Quelle: Caritas Bamberg
Fotonachweis: Adope Stock

