12. Januar 2022 / Lokalnachrichten

Neugestaltung und Naturschutz am Ehard-Haus

Die Stadt Bamberg informiert

Veröffentlicht am 12. Januar 2022 um 14:00 Uhr

Historisch bedeutsames Anwesen erhält Streuobst-Biotop

Nach der gelungenen Generalsanierung des „Ehard-Hauses“ in der Wildensorger Straße 2 steht auch die Neugestaltung des umliegenden Außenbereichs an. Die Böschung an dem Wohngebäude ist Teil des Biotopkomplexes um die Villa Remeis. Ihre erforderliche Umstrukturierung und das Pflanzkonzept unterliegen deshalb strengen Auflagen. 

In Abstimmung mit dem Klima- und Umweltamt soll aus dem verwilderten Gehölzbiotop ein naturschutzrechtlich wertvolles Streuobstbiotop werden. Dazu folgt auf die Rodung des buschartigen Bewuchses das Herausarbeiten einer Terrasse, die mit Obstbäumen lokaler Sorten bepflanzt und mit einem wiesenartigen Landschaftsrasen eingesät wird. Im oberen Bereich erhält die Böschung entlang ihrer ganzen Breite eine stabilisierende Kornelkirschhecke, da dieses Hartriegelgewächs besonders zur Befestigung erosionsgefährdeter Böden geeignet ist. Die verantwortungsvolle Neugestaltung verhindert außerdem eine Verbuschung der historischen offenen Streuobstwiese rund um die Villa Remeis und fördert durch das optische Vernetzen mit den benachbarten Streuobstbereichen die Ästhetik des Stadtbilds. 

Aus Artenschutzgründen wird die Rodung des Hangs am Ehard-Haus in der Zeit zwischen Januar und Februar 2022 durchgeführt. Die Pflanz- und Saatarbeiten finden anschließend im Frühjahr 2022 statt.

Eine Fällung von drei Eschen neben dem Geburtshaus des ehemaligen Ministerpräsidenten ist ebenfalls in den kommenden Wochen vorzunehmen, da die Baumformation geschwächt ist. Der Stamm einer der Eschen ist stark gebogen und der Boden wölbt sich im Bereich des Wurzelanlaufs nach oben. Beides sind Anzeichen für ein statisches Problem, welches auch mit einem Rückschnitt der Bäume nicht gelöst werden kann. Eine Beschädigung des historischen Gebäudes durch Windbruch ist nicht auszuschließen. Leider ist auch das Entfernen von nur einem oder zwei Bäumen keine Option. Fehlt auch nur einer der Bäume, kommt die gesamte Statik des Baumbestandes ins Ungleichgewicht.

Der gebürtige Bamberger Dr. Hans Ehard (1887-1980) war erster Bayerischer Ministerpräsident der Nachkriegszeit. Bereits 1952 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen. Das Geburtshaus Ehards in der Wildensorger Straße 2 gehört, ebenso wie die Villa Remeis, zum Nachlass des 1882 verstorbenen Bamberger Juristen und Astronomen Dr. Karl Remeis, den er seiner Heimatstadt Bamberg vermacht hat. 

Quelle: Stadt Bamberg

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