11. Mai 2024 / Lokalnachrichten

Schloss Geyerswörth erhält eine goldene Turmspitze

Die Turmbekrönung beweist, dass die Sanierung des bedeutsamen Baudenkmals mitten im Welterbe gelingt

Eine Zeitkapsel mit aktuellen Informationen und Dokumenten wurde in die Turmspitze integriert. Hier wird sie präsentiert von (v.l.) MdB Andreas Schwarz, MdB Lisa Badum, Oberbürgermeister Andreas Starke, Regierungspräsident Florian Luderschmid und Finanzreferent Bertram Felix.

Über die installierte Turmspitze über den Dächern der Altstadt freuen sich (v.l.) MdB Andreas Schwarz, Oberbürgermeister Andreas Starke, Regierungspräsident Florian Luderschmid und Finanzreferent Bertram Felix.

Der Wetterhahn vor der Kulisse des Alten Rathauses. 

Selbst für gestandene Politiker war das ein außergewöhnlicher Termin: 33 Meter über der Erde verfolgten Oberbürgermeister Andreas Starke, MdB Andreas Schwarz und Regierungspräsident Florian Luderschmid auf dem Baugerüst, wie der goldene Wetterhahn auf die Turmspitze von Schloss Geyerswörth gesetzt wurde. „Davon werden wir allen erzählen, wenn das Gerüst einmal weg ist – das glaubt uns dann keiner mehr“, scherzten die Drei. Damit sei ein wichtiger Meilenstein bei der Generalsanierung des Baudenkmals erreicht worden. 

Rund 22,8 Millionen Euro kostet die ebenso auf- wie notwendige Maßnahme, die seit Juli 2019 läuft. Das Geld sieht Oberbürgermeister Andreas Starke sehr sinnvoll angelegt, zumal die Stadt Bamberg reichlich und großzügige Fördermittel erhalten hat. „Wir wollen als Welterbestadt ein Vorbild sein, indem wir unsere Monumentalbauten sachgerecht und nachhaltig sanieren. Ich bin mir sicher, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann“, erklärte Starke in seiner Ansprache, in der er auch MdB Lisa Badum begrüßte. 

Einer der Geburtsväter des Projekts ist MdB Andreas Schwarz, der eine „Goldader für die Stadt“ darstelle (Starke), weil er schon viele Förder-Millionen für Bamberg organisiert hat. Der Bundestagsabgeordnete erinnert sich: „Den Startschuss für das Projekt haben wir im Haushaltsausschuss 2016 gelegt, als wir 7,15 Millionen Euro als Anschubfinanzierung bewilligt haben. Das hat andere Geldgeber bewogen, auch einen Beitrag zu leisten.“ So wird die Stadt Bamberg jetzt bei der Finanzierung durch den Zuschuss der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (Entschädigungsfonds Bayern), von der Regierung von Oberfranken (Städtebauförderung), von der Oberfrankenstiftung und von der Bayerischen Landesstiftung unterstützt. Bei der Stadt verbleibt somit ein Eigenanteil von rund einem Drittel der Kosten.

Arbeitsort für die Verwaltung

Beeindruckt von dem Sanierungsprojekt zeigte sich Oberfrankens Regierungspräsident Florian Luderschmid. „Immer wenn ich nach Bamberg komme, geht es hoch hinaus – vor zwei Wochen war ich auf dem Gerüst am Michaelsberg, heute auf dem Turm von Schloss Geyerswörth“, schwärmte er und fasste die Geschichte des Gebäudes, das in seinen Ursprüngen auf das Jahr 1313 zurückgeht und ehemals als Stadtpalais der Patrizierfamilie Geyer aus Nürnberg errichtete wurde, markant zusammen: „Es ist ein wichtiger Teil des Weltkulturerbes Bamberg. Es zeugt von bürgerlichem Stolz, von fürstlicher Repräsentation und Verwaltungsgeschichte.“ Seit 1904 ist Schloss Geyerswörth im Eigentum der Stadt Bamberg und wurde bis zum Start der Sanierung als Verwaltungsgebäude genutzt. 

Auch nach der geplanten Fertigstellung zum Jahreswechsel 2025/2026 soll es als Amtsgebäude dienen. Oberbürgermeister Starke erläuterte: „Wir planen eine große Rochade innerhalb der Stadtverwaltung, wenn die energetische Sanierung des Rathauses am Maxplatz beginnt.“ Das Ziel sei es, alle Mitarbeitenden in den vorhandenen städtischen Immobilien unterzubringen, ohne dass Container aufgestellt werden müssen. Das Schloss Geyerswörth spiele hier eine zentrale Rolle. 

Umso wichtiger ist es, dass die Arbeiten trotz einiger unvorhersehbarer Hemmnisse wie der Corona-Pandemie, dem Ukraine-Krieg und dem schlechten Zustand des Gebäudes gut vorangeschritten sind. Bei dieser Maßnahme werden die Dachstühle und Dächer instandgesetzt, Rückbau- und Umbauarbeiten im Innenbereich vorgenommen sowie die Decken und Fassaden saniert. Die gebäudetechnische Installation wird komplett erneuert, um eine deutliche Verbesserung der Nutzungsbedingungen zu erzielen. Brandschutz und Barrierefreiheit werden bestmöglich den aktuellen Richtlinien entsprechend umgesetzt. 

Acht Fenster über den Dächern der Altstadt

Im Mittelpunkt an diesem Tag stand der 1424 erstmals erwähnte Turm, dessen Holzkonstruktion statisch instandgesetzt wurde. Zudem wurde die Holzschutzmittelbelastung verringert, Holzverschalung, Verblechungen und Schieferdeckung wurden erneuert. Im Achtortgeschoss und im Geschoss der zwiebelförmigen Welschen Haube wurden alle acht Fenster geöffnet und geben nun den Rundumblick über die Dächer der Altstadt von Bamberg frei. Auch die Einzelteile der Turmspitze wurden statisch ertüchtigt, restauriert und vergoldet. In der hochovalen Kugel unterhalb des Wetterhahns wurde eine Zeitkapsel mit aktuellen Informationen und Dokumenten eingesetzt. Wenn die Baumaßnahme abgeschlossen ist, soll ein Dachstrahler die Turmbekrönung sensibel in Szene setzen. Dann sollen auch kleine geführte Gruppen die Möglichkeit erhalten, den Turm zu besichtigen. 

Für die detailgenaue Planung und akkurate Umsetzung des Projekts dankte Starke seinem Finanzreferenten Bertram Felix und dessen Team. MdB Schwarz legte noch eine Schippe drauf und betonte: „In Deutschland arbeiten nicht alle Rathäuser so auf den Punkt wie hier in Bamberg. Höchsten Respekt für Sie, Herr Felix, und Ihr Team: Sie sind absolut zuverlässig!“

Das gilt auch für den benachbarten Barockflügel, wo zum Jahreswechsel 2023/2024 die Sanierung für insgesamt 9,8 Millionen Euro begonnen hat – mit entsprechenden Fördermitteln. Vernommen hat Andreas Schwarz auch, dass für die Neugestaltung der Innenhöfe und die Sanierung des Renaissancesaals noch ein paar Euro an Fördermitteln fehlen. „Ich habe die Hausaufgabe an mich schon verstanden“, versicherte der Bundespolitiker.

Quelle: Stadt Bamberg

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