1. Juli 2022 / Sport

Bamberger Athleten eroberten die Nationalen Special Olympics in Berlin

Special Olympics in Berlin

Vergangene Woche waren die Special Olympics Nationalen Spiele in Berlin.

Dies ist das größte deutsche Sportereignis für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung in diesem Jahr mit 4000 Teilnehmern. Gleichzeitig ist es auch die nationale Qualifikation für die World-Games 2023. Die rund 40 Bamberger Athleten waren dabei äußerst erfolgreich und kehrten am Wochenende mit mehr Medaillen als Sportlern wieder zurück. Hauptgrund dafür waren die sehr gut harmonierenden Teams, die sich auch gegenseitig kräftig angefeuert haben.

Die Ergebnisse im Einzelnen, nach Gruppen gestaffelt.

10 Schülerinnen und Schüler der Bertold-Scharfenberg-Schule der Lebenshilfe traten in den Disziplinen Leichtathletik, Boccia und Radfahren an. Bei den Läufern holten Heidi Blum und Nico Engefehr über 400m jeweils Gold und Max Gabermann Bronze. Im 1500m Rennen erlangten Daniel Jurk und Lukas Schäffler jeweils Silber. Das waren sehr starke Leistungen, denn immerhin zeigte das Thermometer während der Läufe 32 Grad Celsius im Schatten an. Daniel Jurk, Lukas Schäffler, Nico Engefehr und Max Gabermann errangen bei der 4 x 400m Staffel knapp geschlagen Silber.

Das Boccia-Team der Schule holte sich die Bronze-Medaille. Michelle Eulenburg und Sebastian Kraus im Boccia-Einzelspiel sogar Goldmedaillen. Niklas Rosenberger trat bei zwei Fahrradrennen an und radelte über 10km auf einen sehr guten 4. Platz. Neben den Medaillenrängen errangen die Schüler auch noch zwei 4., drei 5. und zwei 8. Plätze. Ein hervorragendes Ergebnis für die Schule und ihre Coaches.

Das Basketball-Team II (Anna Langlouis, Michael Salb, Markus Dorbert, Manuel Götz, Oliver Fröhling, Ralf Schlosser und Helmut Mory) der Lebenshilfe-Werkstätten erspielte sich den 3. Platz. Das Basketball-Team I (Sonja Sperber, Michelle Dusold, Uwe Puchtler, Patrick Leicht, Christian Dittmeier, Roland Nüsslein, Stefan Stubrach und Steffen Groß) spielte großartig auf und kämpfte in einem engen und  spannenden Finale um die Goldmedaille. Letztlich reichte es nur für Silber – trotzdem, die Stimmung war großartig und alle Wettkämpfe von überragender Fairness geprägt.

Das Unified (inklusive) Fußball-Team von FV 1912 goolkids Bamberg ging leicht gehandicapt an den Start. Musste es doch sowohl auf ihren Trainer als auch Team-Capitano Max Ley verzichten. Doch vor Ort traten die 10 Spieler und eine Spielerin als echte Mannschaft auf und holten als zweitbestes bayrisches Team am Ende sensationell Bronze. Das Team verdiente sich diesen Platz auch dank ihrer Gemeinschaft als 11 Freunde. Jens Ziski, Udo Bergmann, Muaz Alkassar, Alrifai Osamah, Dustin Barth, Osan Baskülekci, Lee Hean, Andreas Güssregen, Alexander Lang, Tobias Schmidt und Jasmin Ley zeigten, wie erfolgreich Inklusion und  Integration im Fußball gelingen kann.

Böhnlein-Sports war als Neuling bei Special Olympics mit 3 Athleten dabei. Dabei trat Lena Zürl erstmals in ihrem Leben im Rollstuhlsprint an. Ihr Trainingsfleiß bescherte ihr am Ende sogar die Goldmedaille über 100m nach Platz 2 im Vorlauf. Im Finale zeigte sie jedoch ihr Kämpferherz und lies dem Rest des Feldes keine Chance. Nach dieser Wahnsinns-Leistung legte sie nur wenige Stunden später mit Silber beim 400m-Rollstuhl-Rennen nach.

Maximilian Ley lief über die 10.000m ein bärenstarkes Rennen, bei dem man sehen konnte, warum er auch als Parathlet bereits bayrischer und deutscher Meister wurde. An diesem Tag holte er mit seiner Leistung die erste Silbermedaille bei Special Olympics - Paris 2024 mit den Paralympics kann also kommen.

Und auch Robert Aschenbrenner war glänzend aufgelegt errang mit persönlicher Bestzeit einen glänzenden 4. Platz im 1500m-Rennen und verpasste Bronze um gerade mal 3 Sekunden.

Betrachtet man nur die Ergebnisse war es kein Wunder, dass die Stimmung unter den Athleten ständig beste Werte erzielte. Auch die Betreuer und Begleiter ließen sich von der guten Feierlaune ihrer Sportler anstecken. Die Eröffnungsfeier in der Alten Försterei, die Athletendisco am Brandenburger Tor und die Abschlussveranstaltung waren Highlights, bei denen alle Athleten und Betreuer fröhlich und ausgelassen zusammen kamen.

Diese Begeisterung sorgte auch dafür, dass die „Bamberger“ auch mit fremden Teams sehr schnell Freundschaft schließen. Überhaupt war der Zusammenhalt und das fröhliche Miteinander aller Akteure eines der schönsten Erlebnisse dieses Sportfestes. „Das waren unglaublich schöne Erlebnisse, die wir als Veranstalter von Host-Town 2023 zusammen mit unseren Gästen aus Bahrain sowie der gesamten Bamberger Gesellschaft wieder erleben und teilen möchten“, so Robert Bartsch vom Förderverein goolkids und Mitglied des Host-Town-Komitees der Stadt Bamberg. Diese wird in Kürze auch durch die Webseite www.bamberg-liebt-inklusion.de die inklusive Reise in Bamberg nachhaltig anschieben. Die umfangreiche Berichterstattung aus Berlin durch das neue inklusive Medien-Team um Jessy Bischof und Sofia Weis auf der neuen Facebookseite www.facebook.com/InitiativeTeilhabe machen Hoffnung.

Abschließend ist besonders hervorzuheben, dass die Teilnahme der Aktiven an den Special Olympics vor allem durch Spenden und Sponsoren, hier ist besonders der Förderverein Hand in Hand der Lebenshilfe Bamberg hervorzuheben (Spende über 7000,- €) und durch die gute Organisation und Begleitung der haupt- und ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer überhaupt erst möglich wurde. Dafür gebührt ein Sonderapplaus und die Hoffnung, dass sich auch in Zukunft viele Freunde und MITmacher finden, um diese Erlebnisse gemeinsam feiern zu können. Host-Town 2023 – Bamberg heißt alle herzlich zur Teilhabe willkommen.

  • Delegationsleiter in Berlin: Robert Bartsch (robert.bartsch@goolkids.de, www.sport-inklusion.de)
  •  Delegationsleiter der Bamberger Lebenshilfe-Werkstätten: Christian Bachmaier
  • Delegationsleiter der Bertold-Scharfenberg-Schule der Lebenshilfe Bamberg e.V.: Harald Postler

Quelle: Förderkreis Goolkids e.V.

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