12. Januar 2026 / Umwelt

Seltene Arten im Stadtgebiet entdeckt

Naturschutzfachkartierung liefert neue Erkenntnisse

Veröffentlicht am 12. Januar 2026 um 14:00 Uhr

Ein ins Netz gegangener Kammmolch. Aufgrund seines auffälligen, gezackten Kamms ist er auch unter dem Namen „Wasserdrache“ bekannt. Fotonachweis: Jürgen Thein 

Vom Landesamt für Umwelt wurde der Schlussbericht der Naturschutzfachkartierung an Bürgermeister und Umweltreferent Jonas Glüsenkamp übergeben. Ziel der Untersuchung war es, aktuelle und belastbare Daten zur Tierwelt im Stadtgebiet zu gewinnen und damit eine wichtige Grundlage für den Naturschutz zu schaffen. Dabei zeigte sich, dass sich auch sehr seltene Arten im Stadtgebiet wohlfühlen: Erstmals nachgewiesen werden konnte der vom Aussterben bedrohte Kammmolch. 

Im Rahmen der Kartierung wurden die Vorkommen von Vögeln, Reptilien, Amphibien, Libellen, Tagfaltern und Heuschrecken auf zuvor ausgewählten Flächen im Stadtgebiet erfasst. Die letzte systematische Artkartierung in vergleichbarem Umfang hatte Ende der 1990er Jahre stattgefunden, weshalb eine Aktualisierung der Datengrundlage notwendig war.

Mehr als 5.000 Artnachweise

Die Ergebnisse zeigen die hohe Bedeutung des Stadtgebiets für den Artenreichtum: Insgesamt konnten 5.343 Artnachweise an 283 Fundorten dokumentiert werden. Die untersuchten Flächen umfassten zusammen 1.006,5 Hektar und damit rund 18,4 Prozent der Stadtfläche Bambergs. „Bamberg ist somit nicht nur besonders lebenswert für den Menschen, sondern auch für viele Tierarten“, so Thomas Fischer von der Unteren Naturschutzbehörde. Bei nahezu allen untersuchten Artengruppen – mit Ausnahme der Heuschrecken – lag die Zahl der neu erfassten Fundorte teilweise deutlich über der Anzahl der bislang bekannten Altfundorte. 

Gelbbauchunken haben herzförmige Augen. Fotonachweis: Gerhard Spörlein

Bemerkenswert ist auch der Nachweis der Gelbbauchunke in einem kleinen Teich auf einem Privatgrundstück im Umfeld der Altenburg. Das naturnah gestaltete Gartengrundstück verdeutlicht, dass auch private Gärten wertvolle Lebensräume für bedrohte Tierarten sein können. Bürgermeister Jonas Glüsenkamp freut sich über den Bericht: „Er beschleunigt unsere Verfahren, da wir nun sehr genau über die Vorkommen, auch räumlich, Bescheid wissen. Dadurch sind wir in der Lage, schnell und präzise Auskunft an Dritte zu geben.“

Ergebnisse öffentlich zugänglich

Der vollständige Schlussbericht der Naturschutzfachkartierung steht unter www.stadt.bamberg.de zum Download zur Verfügung (dazu in der Suchfunktion Naturschutzfachkartierung eingeben und „Dokumente“ öffnen). Zudem ist geplant, die Ergebnisse im Frühjahr 2026 einem städtischen Gremium vorzustellen.

 

Quelle: Stadt Bamberg

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