29. Mai 2020 / Allgemeines

Zwischen Notbetreuung und Normalität

Die Diakonie Bamberg-Forchheim informiert

Herausfordernde Zeiten in den Kindertagesstätten und Horten

Wie gestaltet man eine Notbetreuung unter wöchentlich wechselnden Bedingungen? Wie wird man den Ansprüchen der Eltern, der Kinder, der Regierung und auch der eigenen Familie gerecht? Die vergangenen Wochen haben den Mitarbeitenden in den Kindertagesstätten und Horten einiges abverlangt. Auch in den elf Einrichtungen der Diakonie Bamberg-Forchheim war große Flexibilität, Kreativität und auch Geduld gefordert. Mit der Öffnung der Kitas für die Vorschulkinder und deren Geschwister werden nun wieder alle Kitas der Diakonie Bamberg-Forchheim von Kindern besucht. Logistisch nicht immer einfach zu lösen: „Wir mussten den Garten in verschiedene Zonen aufteilen“, berichtet u.a. Petra Beck, die die Bamberger Diakonie-Kita Friedrich Oberlin leitet. „Da aber in jeder Zone ein bestimmtes Spielgerät fest installiert ist, mussten wir uns ein System ausdenken, wie die Gruppen die Gartenzonen abwechselnd nutzen können: Die Zone mit der Schaukel bespielt die Mäusegruppe am Tag X und wechselt dann am Tag Y zum Klettergerüst, damit dann die Bärengruppe die Schaukel nutzen kann.“ Dabei haben die Oberlin-Kinder noch Glück: Die Kita Jean Paul befindet sich gerade in einem Container, da das neue Gebäude erst im Bau ist. „Wir müssen aktuell zu der Container-Situation auch noch den Sprung von acht Kindern in der Notbetreuung auf 25 Kinder bewältigen“, erzählt Kita-Leiterin Sabine Schug. Das erfordert eine gründliche Planung der Raumnutzung und ist auch für die Kinder mit Umstellungen verbunden. „Wir müssen mit Kleingruppen arbeiten, um den Hygiene- und Schutzmaßnahmen Rechnung zu tragen. Da kann es gut sein, dass ein Kind in eine andere Gruppe eingeteilt wird“, so Sabine Schug.
„Die Notbetreuung hebelt an vielen Stellen das normale Konzept der jeweiligen Kita aus“, erklärt Fred Schäfer, als Abteilungsleiter für die Kindertagesstätten der Diakonie Bamberg-Forchheim zuständig. Wenn die Kinder nach sechs Wochen zu Hause wieder in die Einrichtungen zurückkehren, erlebe man meist, dass die erste Woche wieder unter dem Motto „Eingewöhnung“ stehe.

Unterschiedliche Herausforderungen
In der Bamberger Philippus-Kindertagesstätte haben 117 Kinder Anspruch auf einen Platz in der Notbetreuung, was der räumlichen Nähe zum Klinikum geschuldet ist. „So hatten wir nach Ostern bereits 40 Kinder bei uns.“ Für Kiga-Leiterin Sabine Schubert und Christin Bergheim, die die Philippus-Krippe leitet, heißt die Notbetreuung jetzt vor allem, die Räumlichkeiten bestmöglich zu organisieren. „Aber wir haben es geschafft, tatsächlich in Zeiten der Notbetreuung Kinder neu einzugewöhnen – mit Erfolg“, freut Bergheim sich. Das steht jetzt dem Team der Bischberger Kita St. Matthäus bevor: Sie war die einzige Einrichtung der Diakonie Bamberg-Forchheim, die tatsächlich erst ab 4. Mai wieder von Kindern besucht wurde. „Da wir erst im Januar gestartet sind und die Kinder jetzt wieder für eine sehr lange Zeit zu Hause waren, müssen wir praktisch die Kinder zum zweiten Mal eingewöhnen“, benennt Leiterin Desiree Schwarm die Herausforderung in St. Matthäus.

Kitas waren nie „geschlossen“
Untätig war keiner der Mitarbeitenden in den Kitas. „In der Öffentlichkeit ist immer wieder formuliert worden, die Kitas seien geschlossen“, so Fred Schäfer. „Aber wir waren seit Beginn der Krise für die Kinder und ihre Familien da – egal ob sie in der Notbetreuung waren oder daheim.“ Eine Besonderheit der Diakonie Bamberg-Forchheim: Kita-Mitarbeitende, die aufgrund der kleineren Gruppen nicht in den Kitas eingesetzt werden konnten, sind in andere Einrichtungen des Trägers gewechselt und haben die dortigen Kollegen unterstützt.
Um mit den Kindern zu Hause Kontakt zu halten, haben sich die Teams einiges einfallen lassen: regelmäßige Telefonate, Emails, kleine Bastelpäckchen, die sich die Familien vor der Kita-Tür abholen können, Aufgaben für die Vorschulkinder, Beschäftigungstipps, die den Eltern in einer Cloud zur Verfügung gestellt werden und einiges mehr. „Wir drehen gerade einen kleinen Film für die Kinder, die jetzt wieder in die Kita kommen, und zeigen ihnen mit einer Handpuppe, was im Kindergarten anders ist als vorher, aber auch, dass wir alle und auch die vertrauten Räume noch da sind“, erzählt Sabine Schubert.

Ein Stück Normalität
„Die Eltern, deren Kinder zu uns in die Notbetreuung kommen, sind sehr dankbar, dass das so möglich ist“, berichtet Sabine Bauernsachs, Leiterin des Luise Scheppler-Kinderhauses in Bamberg. „Und auch den Kindern tut es gut, mit dem regelmäßigen Besuch des Hortes wieder ein Stück Struktur und Normalität zu erleben.“ „Dass das so funktionieren kann, dafür sind wir den Mitarbeitenden in all unseren Kindertagesstätten, Krippen und Horten sehr dankbar, denn sie sind es, die dieses Stück normalen Alltags mit viel Flexibilität, Ideen und großem Engagement für Kinder und Familien erst möglich machen“, meint Fred Schäfer. Dass die Mitarbeitenden sich selbst bei ihrer Arbeit mit den Kindern nicht so gut schützen können, wie beispielsweise Pflegepersonal, tragen alle in den Kitas mit, denn „wenn ein Kind stürzt oder traurig ist, muss es getröstet werden. Das geht vor allem bei den Kleinsten nur schwer mit Abstand und Mundschutz“. Die neuen Hygieneregeln und Abstandsgebote hielten die Kinder aber im Kita-Alltag erstaunlich gut ein, berichten alle Leitungen. „Mit dem regelmäßigen Austausch zwischen den Kita-Leitungen, dem Träger und auch den Mitarbeitenden schaffen wir es, unsere Kindertagesstätten und Horte stabil durch diese Krise zu bringen. Wie die wirtschaftlichen Zahlen nach diesem Krisenjahr aussehen werden, steht noch auf einem anderen Blatt. Aktuell ist es unser Ziel, den Kindern und ihren Familien ein Stück geregelten Alltags und Normalität in diesen unnormalen Zeiten erfahren lassen. Dass das überwiegend gelingt, dafür sind wir dankbar“, so Fred Schäfer.

Foto: Abstandsregeln spielerisch: Vor der Bamberger Diakonie-Kita Philippus haben die Mitarbeitenden kreativ die 1,50 Meter eingezeichnet.

Quelle: Diakonie Bamberg- Forchheim

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