28. September 2019 / Allgemeines

Analyse von Weltkulturerbe der Kolonialzeit in der Karibik

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Analyse von Weltkulturerbe der Kolonialzeit in der Karibik
Bamberger Forschende vermitteln zerstörungsfreie Denkmaltechnologien auf Kuba

Havanna ist eine der frühesten spanischen Gründungen in der Neuen Welt. Dieses Jahr feiert die Hauptstadt Kubas ihren 500. Geburtstag. Insbesondere die Altstadt von Havanna ist geprägt durch eine abwechslungsreiche Geschichte, die sich in der Vielfalt der Baustile widerspiegelt. „Viele Gebäude im Zentrum Havannas sind leider akut einsturzgefährdet, große Teile schon unwiederbringlich zerstört. Mit großem Einsatz versuchen kubanische Denkmalpfleger, die wichtigsten historischen Gebäude zu retten,“ sagt Prof. Dr. Till Sonnemann, Juniorprofessor für Informationsverarbeitung in der Geoarchäologie an der Universität Bamberg. Gemeinsam mit seiner Kollegin Prof. Dr. Mona Hess, Inhaberin des Lehrstuhls für Digitale Denkmaltechnologien, und ihrem Mitarbeiter Dr. John Hindmarch, möchten sie mit einem Einführungskurs zur Nutzung zerstörungsfreier Analysemethoden in Gebäuden einen kleinen Beitrag leisten. Nach der ersten Internationalen Summerschool im Juli 2018 mit Fokus auf den Bamberger Dom bietet „Monitoring Heritage 2019“ diesmal den Kurs in der kubanischen Welterbestadt an. Zwanzig Studierende der Denkmalpflege und Archäologie des Colegio Universitario San Gerónimo de La Universidad de la Habana lernen vom 23. bis 27. September zerstörungsfreie bildgebende Verfahren wie die Arbeit mit dem terrestrischen Laserscanner oder Photogrammetrie und die Untersuchung des Untergrundes mit dem Bodenradar kennen.

„Mit dem Palacio de los Condes de Jaruco an der Plaza Vieja, welcher gerade restauriert wird, hat Dr. Sergio Raymant Arencibia Iglesias, Leiter des Studiengangs Denkmalpflege und Vizedekan des Colegio, ein spannendes Objekt zur Dokumentation ausgesucht“, sagt Till Sonnemann. Da die Bodenplatten im Patio noch nie bewegt wurden, sind die Denkmalpfleger interessiert am Verlauf der historischen Wasserleitungen unter dem Gebäude und hoffen auf Ergebnisse des Georadars. Mit den Laserscans lassen sich verformungsgerechtes Aufmaß, Grundrisse oder Schnitte und 3D-Modelle einzelner Gebäude anfertigen und Veränderungen in der Bausubstanz beobachten. Mona Hess sagt: „Wir möchten den Studierenden vor Ort einen Einblick in diese Technologien geben. Mit ihnen können sie Gebäude effizient digital dokumentieren und mehr über ihren Zustand erfahren.“ Diese Informationen können dann als Grundlage für den Erhalt von Gebäuden der kubanischen Hauptstadt genutzt werden.

Die internationale Kooperation wird von der Bayerischen Forschungsallianz (BayFOR) und dem Bayerischen Hochschulzentrum für Lateinamerika (BAYLAT) gefördert, letzteres hatte zum auch in Havanna zelebrierten 250. Geburtstag Alexander von Humboldts die Zusammenarbeit angeregt.

Ihr Knowhow vermitteln Bamberger Wissenschaftler aber nicht nur in Havanna. Die Otto-Friedrich-Universität pflegt derzeit Kooperationen mit insgesamt 22 Partneruniversitäten aus den Ländern Argentinien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Kolumbien, Kuba, Mexiko und Peru. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kompetenzzentrums Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT) und des Instituts für Archäologische Wissenschaften, Denkmalwissenschaften und Kunstgeschichte führen weltweit interdisziplinäre Projekte durch und organisieren Summer Schools.

Bild:  Sergio Raymant Arencibia Iglesias (v.l.), John Hindmarch, Mona Hess, Architekt Giordano Bruno Sanchez Nuñez, und Till Sonnemann im Hof des Palacio de los Condes de Jaruco.
Copyright: Till Sonnemann/Universität Bamberg

Quelle: Uni Bamberg

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