13. November 2022 / Umwelt

Nur Vorteile für Kommunen und Umwelt

Neues Pumpwerk mit viereinhalb Kilometer langer Druckleitung in Kemmern

Ein zukunftsweisendes Projekt der interkommunalen Zuleitung schließt Abwasser der Gemeinde Kemmern an die Bamberger Kläranlage ansammenarbeit mit über 20-jähriger Vorgeschichte hat jetzt seinen erfolgreichen Abschluss gefunden: Nach dem Bau eines neuen Pumpwerks und einer rund viereinhalb Kilometer langen Druckleitung wird das Abwasser der Gemeinde Kemmern seit Mitte September 2022 zur Bamberger Kläranlage gepumpt und dort gereinigt. Zum offiziellen Termin trafen sich jetzt die beteiligten Rathausspitzen mit Vertretern der Verwaltung, der Planer und Baufirmen in Kemmern. 

Die Vorgeschichte des Kläranlagenanschlusses reicht bis ins Jahr 1998 zurück. Damals hatte die Gemeinde Kemmern eine Studie beauftragt, Lösungsvorschläge für eine Sanierung bzw. Erweiterung der vorhandenen Abwasserbehandlungsanlage zu entwickeln. In der Folge wurde das damalige Baubetriebsamt der Stadt Bamberg damit beauftragt, zu klären, ob und unter welchen Bedingungen ein Anschluss an Bamberg möglich wäre. Nach einem wahren Marathon von Verhandlungen, Vertragsentwürfen und Beteiligungsverfahren wurde schließlich 2018 die Zweckvereinbarung über die Einleitung von Abwasser aus der Gemeinde Kemmern in die öffentliche Abwasseranlage der Stadt Bamberg unterzeichnet. 

Im November 2020 erfolgte unter der Regie der Bamberger Service Betriebe (BSB) der erste Spatenstich für das neue Pumpwerk. Nach dem Bau des vierstöckigen Stahlbetonbaus, von dem nur das oberste Geschoss gut drei Meter aus dem Gelände herausragt, wurde auf einer Trasse in Main-Nähe die Doppeldruckleitung verlegt, mit der das Kemmerner Abwasser nunmehr zur Kläranlage Bamberg transportiert wird.

Win-Win-Situation für alle 

„Für alle Beteiligten wurde eine Win-Win-Situation erreicht“, freute sich Bürgermeister Wolfgang Metzner in Vertretung von Oberbürgermeister Andreas Starke über den Abschluss des Bauprojekts. Während die Gemeinde Kemmern keine eigene Kläranlage mehr betreiben müsse, erhalte Bamberg ein zusätzliches „Familienmitglied“ und den Vorteil einer gleichmäßigeren Belastung der Kläranlage. „Zudem profitiert die Umwelt, da für größere Kläranlagen wie Bamberg höhere Umweltanforderungen gelten als für kleine Gemeinde-Kläranlagen“, erklärte Metzner.

Kemmerns Bürgermeister Rüdiger Gerst rief die vielen notwendigen vorbereitenden Schritte bis zum nunmehr vollzogenen Anschluss in Erinnerung: Von eigenen, von der Gemeinde Kemmern bereits 2003 beauftragten Untersuchungen, über Vorplanungsvarianten, Kostenkalkulationen, die Festlegung einer geeigneten Trasse, die komplexen Genehmigungsverfahren, Verhandlung von entsprechenden Zweckvereinbarungen mit der Stadt Bamberg bis hin zum notwendigen Grunderwerb. Der Bau der Leitung sei dabei nur ein letzter, dann für alle sichtbarer Schritt gewesen. Gerst freute sich, dass mit der Lösung nicht nur eine für die Bevölkerung der Gemeinde Kemmern wirtschaftlich vorteilhafte Lösung umgesetzt werden konnte, sondern auch eine ökologisch nachhaltige. Schließlich ist damit auch der Ausstieg aus der Klärschlammausbringung gelungen.

Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf rund 4,2 Millionen Euro, deutlich weniger als die ursprünglich veranlagten 4,8 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt zum Großteil über die Entwässerungsgebühren der Gemeinde Kemmern. 

INFO: 

Meilensteine zum Anschluss Kemmerns an die Kläranlage Bamberg

  • 17. Januar 2018: Unterzeichnung der Zweckvereinbarung über die Einleitung von Abwasser in die öffentliche Abwasseranlage der Stadt Bamberg 
  • März 2018 – September 2019: Beantragung und Erteilung der öffentlich-rechtlichen Genehmigungen, wie z. B. Baugenehmigung für Abwasserpumpwerk Kemmern, Kreuzungsvertrag mit der Deutsche Bahn AG, Wasserrechtliche und Naturschutzrechtliche Genehmigungen, Straßenbenutzungsvertrag für Bundesfernstraßen, die Bundesstraße 26 und die Staatsstraße 2281, Nutzungsvertrag zur Benutzung von Grundstücken der Bundesrepublik Deutschland, Gestattungsvertrag zur Benutzung von Grundstücken des Freistaats Bayern
  • November 2020: Spatenstich für das neue Pumpwerk.
  • 21. September 2022: Umbindung des Abwassers aus Kemmern an das neue Pumpwerk und Anschluss an das Klärwerk Bamberg 
  • 08. November 2022: Feierliche Inbetriebnahme 

Bild:

Das Herz der neuen Anlage, die beiden Druckleitungspumpen, befindet sich in über 10 Metern Tiefe. Im Bild Dritter Bürgermeister Wolfgang Metzner (M.) mit Kemmerns Bürgermeister Rüdiger Gerst (r.) und Christian Esser (l.) vom Ingenieurbüro Höhnen und Partner .

Foto: Baureferat Stadt Bamberg 

Quelle: Stadt Bamberg

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